In einem Gastbeitrag kommentiert Christoph Butterwegge auf spiegel.de die Reform der Altersvorsorge (hinter paywall).
Zur Einordnung: Christoph Butterwegge kandidierte auf Vorschlag der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten. Er verließ die SPD 2005 aus Ärger über die Sozialstaatsreformen von Kanzler Gerhard Schröder.
Butterwegge hat ein Problem damit, dass Kanzler Friedrich Merz mit seiner Regierungskoalition nach kapitalbasierten Wegen sucht, da die staatliche Rente für viele nicht mehr zum würdevollen Leben reicht. Während es in anderen Ländern – auch in Europa – längst üblich ist, zumindest einen Teil der Altersvorsorge an die Produktivitätsentwicklung der Weltwirtschaft anzukoppeln, was zu einem höheren Versorgungsniveau im Alter führt, ist dieser Ansatz in Deutschland ganz neu und verursacht im linken Spektrum der Gesellschaft Unruhe.
"Hin zu mehr kapitalgedeckter Vorsorge – organisiert über den Finanzmarkt, normalisiert als Alltagspraxis" – das ist für den pensionsversorgten emeritierten Professor Butterwegge ein Unding, das ihn und viele weitere, die sich keine Gedanken um ihre eigene Versorgung machen müssen, provoziert.
Butterwegge schürt Ängste, ohne auf die Zusammenhänge aufmerksam zu machen, die FÜR einen neuen, kapitalmarktbasierten Weg sprechen. Seine Kritik am kommenden Altersvorsorgedepot kann ich zwar in Teilen nachvollziehen (Vorsicht vor den Eigeninteressen der Finanzindustrie bzw. der Versicherungsindustrie). Doch seine generelle Ablehnung teile ich nicht.
Butterwegge findet das Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung "genial, sozial und dem Kapitaldeckungsverfahren überlegen". Seine Lösung für die Spannungen, die sich durch die Demographie ergeben, ist die Umverteilung: "Würde der sich zunehmend in wenigen Händen konzentrierende Reichtum an jene Menschen (rück)verteilt, die ihn durch harte Arbeit geschaffen haben, wären in einer so wohlhabenden Gesellschaft wie der Bundesrepublik genug materielle Ressourcen vorhanden, um allen Menschen ein Alter in Würde zu ermöglichen."
Typisch linkes Denken, das viele Variablen einfach ausklammert. Eine zu einfache Lösung!
